Koffein? Gut oder böse?

Für viele Menschen ist der Kaffee am Morgen oder der Espresso Mittags nicht mehr wegzudenken - was bedeutet Kaffee für unseren Schlaf?

Timing is King

Gleich vorneweg darf ich mitteilen: Ich trinke gerne Kaffee. Ich mag den Geruch, ich mag den Geschmack und der morgendliche Kaffee ist in meinen Tagesablauf fest eingeplant. Kaffee hat viele Vorteile. Unter anderem regt Kaffee den Stoffwechsel an und kann das Diabetesrisiko senken. In diesem Artikel möchte ich nun aus schlafmedizinischer Sicht Kaffee beleuchten:

Wirkung

Kaffee ist als Wachmacher bekannt. In einer gewissen Weise verständlich, denn Koffein dockt an Adenosinrezeptoren an, die eigentlich fürs Müdewerden verantwortlich sind. Damit "besetzt" Koffein diese Rezeptoren und die Müdigkeit wird nicht weitergegeben - ist aber trotzdem da. Auch während Koffein im Blut ist, steigt der Schlafdruck. Wenn das Koffein abgebaut ist, bemerken wir die ganze Müdigkeit, die aufgebaut wurde, und nun auf einmal auf uns hereinbricht.

Timing

Kaffee kann eine Halbswertszeit von bis zu 8 Stunden haben. Wird der Koffeingehalt im Blut nachmittags weniger, und wir befinden uns in sowieso in einem zirkadianen (tageszeitabhängigen) Tagestief, so überkommt uns oft noch mehr Müdigkeit, die man gerne mit Kaffee bekämpfen möchte. Dann wird es jedoch problematisch. Denn wenn man zu spät Koffein konsumiert, hat man zum Einschlafen noch zu viel Koffein im Blut, sodass es das Einschlafen stört, weil zu wenig Müdigkeit da ist. Auch Tiefschlafphasen sind dann weniger tief.

Als Beispiel: Ob man um 14 Uhr eine ganze Tasse Kaffee trinkt, oder um 24 Uhr eine Viertel Tasse Kaffee, ist fürs Einschlafen genau das Gleiche. Wenn man sensibel auf Koffein reagiert, sollte man das Timing beachten.

Nun gibt es aber einige, die von sich behaupten: "Mir macht kaffee nichts aus". Ja, manche Menschen reagieren weniger auf Koffein. Damit ist aber die erste, müdigkeitsunterdrückende Wirkung gemeint. Dass Koffein die Länge der Tiefschlafphasen beeinflusst, ist für Alle gleich. Somit kann es auch zu einem Teufelskreis kommen:

Spät Nachmittags Kaffee - schlechterer Schlaf - am Morgen dann eine Tasse Kaffee mehr - Müdigkeitsflash um 17 Uhr wird größer - noch eine Tasse Kaffee mehr am Nachmittag - schlechterer Schlaf - etc…

Tipp

Wir empfehlen nach dem Mittag keinen Kaffee mehr zu konsumieren. Lieber am Nachmittag entkoffeinierten Kaffee trinken. Aber Vorsicht: Auch dieser kann Koffein enthalten. Wichtig ist bei solchen Tipps natürlich: Wie lassen sich diese in den Alltag integrieren, ohne, dass das Leben komplett auf den Kopf gestellt werden muss? Viele Menschen haben einen sehr guten Schlaf, trotz Koffeinkonsum. Diese Menschen sollen sich natürlich gar nicht zu sehr angesprochen fühlen. Meine Tipps sind hauptsächlich für jene da, die mit Ihrem Schlaf unzufrieden sind, oder besser schlafen möchten. Ja, auch ich trinke manchmal Nachmittags Kaffee, einfach weil mir manchmal danach ist. Und wenn man sich immer nur an alle Empfehlungen hält, dann ist das vielleicht ein etwas gesünderes, aber vielleicht auch ein tristeres Dasein.

PS. Bei meinen Beratungen gibt es leckeren Kaffee, für Alle, die möchten. =)




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